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Nandrolon wird im Körper fast vollständig verstoffwechselt
(2), so dass ein Nachweis nicht über Nandrolon selber, sondern
über seinen Hauptmetaboliten Norandrosteron geführt
wird. Dieser Metabolit ist aber gleichzeitig ein Stoffwechselprodukt
der verbotenen Vorhormone von Nandrolon,
nämlich Norandrostendion und Norandrostendiol. Die Analytik
weist demnach mit dem Metaboliten Norandrosteron
nur nach, dass ein verbotenes 19-Norsteroid missbraucht
wurde, die Zuordnung zu einer der drei Wirkstoffe ist nicht
möglich aber auch nicht notwendig.
Norandrosteron selber wird erst nach Konjugation mit
Glucuronsäure in den Urin ausgeschieden. Diese Glucuronsäure
wird enzymatisch im Rahmen der Probenvorbereitung
abgespalten, so dass Norandrosteron in freier Form
isoliert und bestimmt werden kann. Zur Verbesserung der
Nachweisempfindlichkeit wird eine zusätzliche Derivatisierung
vorgenommen, wobei die Sauerstofffunktionen des
Moleküls mit Trimethylsilylgruppen (TMS) umgesetzt werden.
(Anmerkung: Eine verbesserte Nachweisempfindlichkeit
bei AAS ist deshalb notwendig, da sie nicht im Wettkampf,
sondern im Training missbräuchlich angewendet
werden. Durch den verbesserten Nachweis kann ein Missbrauch
länger nachgewiesen werden, womit eine effiziente
retrospektivere Beurteilung der Kontrollergebnisse ermöglicht
wird.) Der derivatisierte Ansatz wird dann der GC/MS-Analyse
zugeführt. Abbildung 4B zeigt ein GC/MS-Chro-matogramm
der Screeninganalyse einer positiven Probe,
wobei mit substanzspezifischen Ionen 420 und 405, die sich
aus dem Massenspektrum in Abbildung 4C ergeben, detektiert
wird. Wie im Beispiel von Amphetamin liefert dann das
entsprechende Massenspektrum des derivatisierten Norandrosterons
(Abb. 4C) den eindeutigen Nachweis dieser Verbindung.
Die Dopinganalytik hat in den letzten Jahre wesentliche
Fortschritte im Bereich des Nachweises von AAS gemacht.
Hierzu zählen die Aufklärung von Langzeitmetaboliten häu-fig
eingesetzter AAS, sowie die Anwendung neuerer empfindlicherer
Techniken wie die Hochauflösende Massenspektrometrie
(HRMS = high resolution mass spectrometry).
Eine weitere Verbesserung erfolgte im Nachweis von Doping
mit körperidentischen AAS wie Testosteron, wo grundsätzlich
zwischen der körpereigenen Produktion eines Hormons
und einer Zufuhr von außen, zwecks Doping, zu unterscheiden
ist. Mit der Einführung der Kohlenstoff-Isotopen-Massenspektrometrie
kann der Missbrauch von verbotenen
körperidentischen Steroidhormonen wie Testosteron, aber
auch Dihydrotestosteron, Androstendion, etc. besser nachgewiesen
werden.
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